Ausstellung / Cristina Musa 6/18
Ich war in der Demokratischen Volksbewegung (MDP) aktiv, ich weiß nicht, ob du schon einmal davon gehört hast. Nun, ich war in dieser Organisation der MDP in Santiago tätig. Und an einem dieser Tage, als ich auf dem Rückweg von Viña del Mar nach Santiago war, sagte mein Schwiegervater zu mir: „Ich muss dich schnell von hier wegbringen“, weil sie den Mann meiner Schwägerin verhaftet hatten. Es war eine ziemlich schlimme Situation in Petorca gewesen. Und dann waren da noch Carlos‘ Vater, Carlos und sein Bruder. Sie wurden alle drei verhaftet. Also sagte mein Schwiegervater zu mir: „Hör mal, ich weiß nicht, ob sie hier eine Razzia durchführen werden, also bringe ich dich jetzt besser raus.“ Also brachten sie mich weg, sie brachten mich woanders hin. Ich war dort, ich weiß nicht, eine Woche lang, und mein Schwiegervater sagte mir: „Du gehst weg, du gehst nach Santiago und siehst zu, wie du das Land verlassen kannst.“
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Das letzte Foto vor der Abreise nach Österreich, 21.4.1984
Cristina Musa im Kreise von Mitarbeiter_innen der Stiftung für Sozialhilfe der Christlichen Kirchen (Fundación de Ayuda Social de las Iglesias Cristianas, FASIC). FASIC kümmerte sich um die politischen Gefangenen in der Region und stand so auch Cristina und ihrer Familie bei, während sie in Haft war.
Foto: Tochter einer der Frauen