Ausstellung / Gabriela Carmen Estevez Fuentes 11/15
[Als ich ungefähr neun war, sind wir nach Wien in den 21. Bezirk gezogen.] Ein kleines Haus mit Garten. Genau. Es war, glaub’ ich, so 40, 45 Quadratmeter. Und ein kleiner Garten war dabei. […] Das ist kurz vor Strebersdorf […] Da gibt’s eine größere Ungarn-Siedlung. […] Ich war [in Mödling] in der Maria Theresien-Schule und dann kam ich in den 21. und hab’ dann eben in der dritten Klasse angefangen. […] Da war ich dann […] die einzige Ausländerin, kann man sagen, in der Klasse. Ich bin […] sehr schnell aufgenommen worden und ich hab’ mich auch sehr schnell mit meinen Mitschülern verstanden. Das Einzige, wo’s dann gehappert hat… […] dann kam ich in die vierte Klasse und da hatten wir ein bissl Stress mit der Lehrerin. […] Meine Eltern wollten natürlich, dass ich weiter ins Gymnasium gehe.
[…] Und diese Lehrerin hat dann irgendwie so gepocht, ich soll […] Hauptschule gehen. […] Und meine Eltern wiederum, die haben mich angespornt: „Du wirst das schon schaffen! Du wirst das schon schaffen! Du gehst ins Gymnasium!“ Und die andere: „Nein, du wirst das nicht schaffen, du gehst in die Hauptschule!“ Ja? Und da war halt so eine… ja, eine starke Diskrepanz, die mir nicht gutgetan hat. Und da hab’ ich zu meinen Eltern g’sagt, sie sollen bitte nachlassen: „Mir ist das wurscht, ich geh’ halt in die Hauptschule. Es ist ok, ich geh’ in die Hauptschule.“ […] Ich bin die Hauptschule gegangen […] und ich hab’ dann eben nach der vierten Klasse Mittelschule eine Aufnahmsprüfung gemacht und bin dann in die Hegelgasse ins Gymnasium gegangen.
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