Ausstellung / Cristina Musa 9/18
[Bei der nächsten Rückkehr fand ich dann] ein verändertes Chile [vor], ein Chile mit sehr ängstlichen Menschen. Mit einer Menge Angst. Sie haben sich nicht getraut, sehr laut zu sprechen, weil sie nicht wollten, dass etwas passiert. Aber dieses Gefühl hatte ich nicht nur auf dieser Reise, sondern auch danach. Ja, das war im Jahr ’92. Und ich wusste nicht viel über Santiago. Santiago hat mich also nicht wirklich beeinflusst, sagen wir mal so. Aber als ich nach Viña ging, fand ich brutale Veränderungen vor. Das schockierte mich, sagen wir mal.
Ich war vier Wochen dort und dann kam ich zurück [nach Österreich]. Ich wollte zurückgehen, ich wollte nicht dort sein. Weil sie dir auch Ängste schüren. Weil es die Angst vor der Repression ist, die Angst vor dem, was einem passieren könnte. Die Angst, dass es immer noch diese Hintermänner der Diktatur gibt. Es war also eine sehr unangenehme Stimmung, sagen wir mal. Und ich war mit Maya und dem Kind unterwegs, ich lernte meine beiden Schwägerinnen kennen, weil ich bei der Hochzeit meiner Brüder nicht dabei war. Ich meine, sie haben geheiratet, nachdem ich rauskam. Ich traf Neffen und Nichten.
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